Viele scheuen sich vor der Anschaffung eines Holztisches mit geölter Oberfläche, weil Sie den Pflegeaufwand fürchten. Dabei hat Öl gegenüber Lack viele Vorteile und die Pflege ist gar nicht so anspruchsvoll, wie oft angenommen.
Vorteile der geölten Oberfläche:
1. Das Holz bleibt atmungsaktiv und beeinflusst so das Raumklima positiv. Feuchtigkeit kann aufgenommen werden bei zu hoher Luftfeuchte und wieder abgegeben werden, wenn die Luft zu trocken ist. 2. Die Maserung tritt durch das Ölen besonders schön hervor. 3. Kratzer und sonstige Abnutzungsspuren lassen sich einfach durch Schleifen und erneutes Ölen entfernen. 4. Das Holz fühlt sich auch nach dem Ölen weiterhin nach Holz an. Die natürliche Oberflächenstruktur bleibt erhalten.
Die Pflege von geölten Oberflächen Schritt für Schritt:
1. Sie benötigen Leinöl oder Hartöl. Dieses trocknet sehr schnell und zieht sehr gut ein. Es kann für jedes Holz verwendet werden. Zudem sollten Sie sich fusselfreie Baumwolltücher zurechtlegen. 2. Im ersten Schritt wird das Holz mit Schleifpapier abgeschliffen. Erleichtern Sie sich diesen Schritt, indem Sie Schleifpapier nutzen, dass sich scharf anfühlt und bei dem die Körnung nicht einfach abgekratzt werden kann mit dem Fingernagel. Rotbraunes Schleifpapier mit Korund ist eine gute Wahl. Nehmen Sie zuerst ein gröberes Schleifpapier um Unebenheiten zu beseitigen und schleifen Sie dann mit einem feingekörnten Papier nach. Eine sinnvolle Reihenfolge sind folgende Körnungen des Papier bei der Verwendung nacheinander: 80 120 180 240. Sind keine groben Unebenheiten erkennbar reicht es mit dem 120er oder 180er Papier anzufangen. Die Spuren des gröberen Papiers werden stets durch das feinere beseitigt. Achten Sie darauf mit der Faser zu schleifen. Nutzen Sie bei Verwendung des gröberen Papiers am besten einen Schleifklotz. Profile lassen sich gut mit einem Schleifschwamm schleifen. 3. Tragen Sie das Öl mit Pinsel oder Lappen vorsichtig auf das Holz auf. Das Holz sollte nach dem Auftragen noch etwas feucht aussehen. 4. Nach ca. 20 Minuten wird mit einem sauberen, trockenen Lappen das überschüssige, nicht eingezogene Öl abgenommen. Dies sollte sehr gründlich geschehen, da sich ansonsten Ölflecken bilden können. 5. Das Holz sollte nach dem Ölvorgang über Nacht trocknen. 6. Am nächsten Tag kann der Prozess mit weniger Öl wiederholt werden. Bei hoher Beanspruchung, wie z.B. bei einem Esstisch, können Sie den Vorgang auch drei bis viermal wiederholen. So ist der Tisch bestmöglich geschützt vor dem Eindringen von Flüssigkeiten und der damit verbundenen Fleckbildung.
Geölt werden sollte ein Holztisch bei hoher Beanspruchung zwei- bis dreimal pro Jahr. Bei geringer Nutzung reicht es aus den Tisch nur einmal im Jahr zu ölen.